Im Fokus - Rezensionen


Bd. 2
Thomas Haug
"Das spielt (k)eine Rolle!"
Theater der Befreiung nach Augusto Boal als Empowerment-Werkzeug im Kontext von Selbsthilfe

126 Seiten, Paperback
ISBN 3-89821-486-9


"Der Autor stellt strukturiert und differenziert die Begriffe Selbsthilfe, Empowerment und Theater der Befreiung mit den jeweils theoretischen Konzepten und Kontexten dar. Er arbeitet die zu Grunde liegenden Gemeinsamkeiten heraus und zeigt damit Ansatzpunkte für eine lebendige, befreiende Stadtteilarbeit in begleiteten oder selbstorganisierten Gruppen auf. Die verschiedenen Formen, wie z.B. Zeitungstheater, Unsichtbares Theater, Bildertheater, Forumtheater und Legeslatives Theater stellt der Autor sprachlich klar, anschaulich und engagiert dar, sodass es motiviert, diese Methoden zu erlernen und sie in der Praxis umzusetzen."
 
www.stadtteilarbeit.de

"Mit großer Sorgfalt und mit Leidenschaft verbindet Thomas Haug das 'Theater der Unterdrückten' mit der Idee der Selbsthilfe und dem Konzept des Empowerments. Ein sehr lesenswertes Buch, nicht nur für Menschen in sozialen Berufen. "
Zeitschrift für Theaterpädagogik, 22. Jahrgang, Heft 48




Bd. 4
Jens Clausen, Harald Hahn und Markus Runge (Hrsg.)
Das Kieztheater
Forum und Kommunikation für den Stadtteil

168 Seiten. Paperback
ISBN 978-3-89821-985-3


"Das Buch ist eine gelungene und lebendige Mischung aus reflektierten Erfahrungsberichten, wissenschaftlicher Aufsatzsammlung und Spielanleitung. Es fordert die Leser/innen auf, sich gesellschaftlich einzumischen und neue Formen der Partizipation in unserer sonst so 'politikverdrossenen' Gesellschaft zu finden. Es gibt Anlass zur Reflexion und zeigt neue Wege sowohl für die Gemeinwesenarbeit als auch für die Theaterarbeit auf. Es macht Mut, nach neuen und anderen Möglichkeiten des Eingreifens in politische Prozesse zu suchen und zivilgesellschaftliches Engagement zu zeigen. [...] Ich kann 'Kieztheater' einfach nur empfehlen."

Gisela Renner in Theaterpädagogik, April 2011

"Eines haben Großstädte in Lateinamerika und Deutschland gemeinsam: Menschen in den Stadtteilen sind oft von sozialer und politischer Teilhabe ausgeschlossen. Es fehlt an Foren, in denen sie sich über ihre Lebensrealitäten austauschen, ihre „Lektüre“ der Gesellschaft artikulieren und politische Vorschläge machen können. Das Buch Das Kieztheater. Forum und Kommunikation für den Stadtteil liefert hierzu einen innovativen und äußerst lesenswerten Beitrag, der für tadtplaner, Pädagogen, Politiker und Aktivisten gleichermaßen interessant sein dürfte. Der Ansatz stützt sich auf Methoden des aus Brasilien stammenden Theaters der Unterdrückten (TdU) und des Improvisationstheaters (IT), deren Stärken und Unterschiede ausgelotet werden. Kieztheater wird an gesellschaftliche Probleme gebunden – ein gelungener Versuch, Pädagogik, die in den Lebenswelten ansetzt, mit politischen Prozessen zu verknüpfen."
Sozial Extra, 3/4 2010 




Bd. 5
Hjalmar Jorge Joffre-Eichhorn

Tears into Energy
Das Theater der Unterdrückten in Afghanistan

226 Seiten. Paperback
ISBN 978-3-8382-0172-6

"Geradezu bewußtseinsumwälzend: Ein Buch über das 'Theater der Unterdrückten' in Afghanistan.
[…] Boals Konzept eines 'Theaters der Unterdrückten', eine Weiterentwicklung von Konstant in Stanislawskis 'Aktionstheater' und Bertolt Brechts epischem Theater, begreift Joffre-Eichhorn als politische Intervention. Diese Methode unterrichtet er in Workshops und nutzt sie ganz praktisch – seit vier Jahren in einem eigenen Theater in Afganistan, mitten im Kriegsgebiet. Über seine Erfahrungen hat er nun ein Buch verfaßt: »Tears into Energy', aus Tränen Energie machen.
Das 'Theater der Unterdrückten' bezieht die Zuschauer problemlösend in die Handlung mit ein. Die Beteiligten lernen dadurch die 'Revolution auf Probe'. Diese Erfahrung gibt ihnen Kraft für das Entwickeln echter Alternativstrategien für ihr eigenes Leben. Das ist keine Therapie, sondern Politik in der ersten Person, Ergebnis von kollektiver Diskussion. In Afghanistan arbeitet Joffre-Eichhorn mit Menschen, die von mehr als 30 Jahren Kriegszustand traumatisiert sind. […]
In Afghanistan bietet sich das 'Playback-Theater' an: Eine als traumatisierend empfundene Situation wird von einem Zuschauer geschildert, eine Schauspieltruppe spielt sie nach. Dies dient zur Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen wie einer alternativen Chronologie der politischen Ereignisse. Menchen, die sonst schweigen, beginnen zu sprechen: Zum Beispiel eine Frau, die an einem Tag erst ihren Sohn und dann ihren Ehemann in Bombenangriffen verlor und seitdem allein in einem der ärmsten Viertel Kabuls lebt und die Aussage in eine Playback-Theaterform einbrachte: 'Trotz all der Millionen, die in den letzten Jahren ins Land geflossen sind, lebe ich in einer Hütte ohne Wasser und Strom, und die Mörder meiner Familie posieren heute als überzeugte Demokraten.'"

junge Welt, 13.07.2011

„Durch die Lektüre des Buches versteht man besser, wie der Krieg in Afghanistan die Gewalt in allen Lebensbereichen verfestigt und erhöht.
[…] In einer Mischung aus Analyse und Beschreibung, Einfühlung und Reflexion werden die Leser immer tiefer in die Felder der Entwicklungszusammenarbeit durch das Theater der Unterdrückten und seine möglichkeiten hineingezogen und beginnen zu verstehen, warum diese Art des interkulturellen Lernens und der politischen Bildung so erfolgreich ist.Für seine Theaterarbeit in Afghanistan und für das Verfassen dieses spannenden und aufklärerischen Buches bringt Joffre-Eichhorn ausgezeichnete Voraussetzungen mit.
[…] Die fundierten theoretischen und und praktischen Ausbildungen und Erfahrungen befähigen ihn zu klarer Analyse und mitfühlener Empathie. Dadurch beeindrucken nicht nur seine Beschreibungen der Theaterarbeit in Afghanistan, sondern auch seine Kritik am Krieg, an manchen Erscheinungsformen der Entwicklungszusammenarbeit und an den politischen Konstellationen und Zwängen, die die Zivilgesellschaft immer wieder aufs Neue zusammenbrechen lassen..Wer wissen will, wie man die Zivilgesellschaft in Afghanistan stärkt und ein nachhaltiges soziales Leben fördert, der wird in diesem Buch fündig.
[…] Es ist an der Zeit das Theater der Unterdrückten für die Friedensbildung in den Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen aufs Neue zu aktivieren.“

Wissenschaft und Frieden,. 3/2011

„Nach vier Jahren Pionierarbeit mit dem TdU in Afghanistan zog Joffre-Eichhorn Bilanz. Sein Bericht und seine Reflexionen sind differenziert und von emotionaler Offenheit.
[…] Das Buch eröffnet eine andere Sicht auf Afghanistan. Es vermittelt lebhaft mit vielen Beispielen die Erfahrung, wie unterdrückte Menschen durch Theaterspiel Freiraum gewinnen, ihre Wahrnehmungen verändern, selbstbewusst werden und Motivation zum politischen Handeln finden. Eine andere, eine solidarische Welt scheint möglich.“


Marx21, Nr. 22, September/Oktober 2011