About the Series

Editor: Prof. Dr. Harald Bodenschatz
ISSN 2191-0472

Städtebau und Architektur formen jeden Schritt unseres Alltags. Sie eröffnen Spielräume, schränken sie aber auch ein. Über Städtebau und Architektur entscheiden traditionell wenige – Eigentümer, Unternehmer, Politiker, Verwaltungsleute. Sie entscheiden im Rahmen der gegebenen gesellschaftlichen Verhältnisse und nach ihren Interessen und Fähigkeiten, und das trotz demokratischer Strukturen keineswegs immer zur Zufriedenheit der Bevölkerung. Städtebau und Architektur werden heute mehr und mehr zum Gegenstand breiter gesellschaftlicher Auseinandersetzung. Dies verändert wiederum die Entscheidungsprozesse. Das ist grundsätzlich zu begrüßen. Denn gesellschaftliche Auseinandersetzungen sind notwendig – gerade angesichts der aktuellen dramatischen Herausforderungen an Städtebau und Architektur.

Wir alle wissen: Unsere Städte sind einem tief greifenden wirtschaftlichen und sozialen Wandel ausgesetzt. Die mehr oder weniger präzisen Stichworte dieses Wandels sind: Klimawandel, Energieknappheit, Globalisierung, Alterung der Gesellschaft, zunehmende soziale Ausdifferenzierung, abnehmende Ressourcen der öffentlichen Hand, partielle Schrumpfung der Städte. Zentrale Merkmale der Industriegesellschaften der Nachkriegszeit wie relativ kurze Ausbildungszeiten, klar definierte Lebensstile bestimmter Altersgruppen, stabile Arbeitsplätze, ein bestimmter Tagesrhythmus, ein bestimmter Jahresrhythmus, langfristige Partnerverhältnisse, eine feste Verortung in politische und soziale Institutionen, vergleichsweise stabile Einnahmequellen der öffentlichen Hand, niedrige Energiepreise usw. sind im Verschwinden begriffen. Doch was diese Änderungen für Architektur und Städtebau im Detail bedeuten, ist alles andere als klar. Was ist nachhaltige Architektur, nachhaltiger Städtebau? Was sollen Städtebau und Architektur für die Gesellschaft künftig leisten? Dies muss kritisch erörtert, neue Zielsetzungen müssen im offenen Diskurs erarbeitet werden, über die richtigen Mittel und Wege muss gemeinsam gerungen werden.

Der Streit um die eigene Stadt, den eigenen Stadtteil, die eigene Straße oder das eigene Haus wird oft isoliert geführt: Not In My Backyard (NIMBY), wie die US-Amerikaner treffend zu sagen pflegen. Eine solche Haltung ist wenig nachhaltig, kann aber auch auf prinzipielle Probleme aufmerksam machen. Notwendig sind vor allem Strategien, die der gesamten Stadt, der gesamten Stadt-Region, in letzter Instanz dem gesamten Planeten zugute kommen. Um diesen Streit erfolgreich führen zu können, bedarf es umfassender Kenntnisse, eines intensiven Austauschs historischer und internationaler Erfahrungen.

Diese Schriftenreihe im Spannungsverhältnis von Städtebau, Architektur und Gesellschaft möchte hierzu einen Beitrag leisten.




Series subscription form
List of all available titles
Series Brochure City Planning - Architecture - Society
0,00 EUR
(incl. 7% Tax)
instant instant